Gepäckausgabe 2015

„unschön, aber nicht dramatisch“
April 2015

Lisa Eikrann & Sandro Steger
mit Angela Malina und Florian Spälty

Vorbereitung: 16.03.-04.04.
Ausstellung: 04.04.-12.04.
Vernissage mit Performance & Apéro: Sa 04. April 2015, 17:00

For about twenty-five years ago or even longer, the workers in Guterschuppen received a huge glass bottle filled with wine. It was maybe 100 liters of wine, maybe more. Anyway… what happened was that some of the workers wanted to move the bottle, but weren´t able to hold it. It crashed down on the floor, thousands pieces of glass everywhere, swimming in at least hundred liter of good wine…
That is how the story is told… i think.

„unschön aber nicht dramatisch“

In the spirit of fiction in this historical (true) happening, our concept comes to life! The past three weeks we have been searching and collecting memories, and traces of memories hidden in an office that closed down 25 years ago. We have used the room itself as material, and our process have been to remove interior and pealing of historical layers. We have also added elements to the room to the point where speculations and lies are conflicting with the actual truth.

We are showing architectural interventions, sculptures and performances that are all playing with mystery, curiosity and time. We are working at the border between truth and fiction, and we are jumping between past and present.


Lisa Eikrann, BA in Szenografie Oslo, 1983
Geboren in Norwegen. Lebt in Ennenda, arbeitet zur Zeit als Jugendarbeiterin in Näfels.

Künstler und Performance Entwickler mit Ausbildung an der Akademie für Bühnenkunst in Oslo und an der Zürcher Hochschule der Künste. Erfahrung im Feld der Gestaltung im Theater, Tanz und Bildender Kunst. Ihr Interesse liegt in der interdisziplinären Arbeit dieser Kunstfelder.
Lisa arbeitet konzeptuell und zum Teil abstrakt mit gestalterischen Objekten und Rauminstallationen, welche in einer Relation zum Körper der Tänzer, der Schauspieler oder der Zuschauer stehen.

Sandro Steger, Spengler, MA of Fine Arts Oslo, 1984
Geboren in der Schweiz. Lebt in Ennenda, arbeitet als Spengler und freischaffender Künstler.

Künstler mit Ausbildung an der Kunsthochschule Oslo und an der Zürcher Hochschule der Künste. Arbeitet mit ort-spezifischen Skulpturen und architektonischen Interventionen. Die Basis seiner Arbeit liegt in der Beobachtung und Hinterfragung unserer alltäglichen Umgebung, deren Wahrnehmung und Beeinflussung.

Angela Malina, Tänzerin, Model, Photographie
Lebt und arbeitet im Kanton Glarus, Zürich und Kassel.
Studiert Contact Improvisation, Contemporary Dance, Ballet in Kassel.

Florian Spälty, Architekt FH
Lebt und arbeitet im Kanton Glarus.
Studierte Architektur an der zhaw in Winterthur und an der UdK in Berlin.

 

„Crème de la Crème“Gepäckausgabe_Mai_014

Franziska Pierwoss & Siska
mit Heidi Eberhard und Mischa Armati

Vorbereitung: 13.04.-02.05.
Ausstellung: 02.05.-17.05.
Vernissage: Sa 02. Mai 2015, 17:00

Franziska Pierwoss, *1981
Geboren in Deutschland. Lebt und arbeitet in Berlin und Beirut.

Nach Abschluss des Studiums der Medienkunst in Leipzig und einem Auslandsstudienaufenthalt in Beirut erhielt sie den Nachwuchspreis des Goethe-Instituts. Mit Installationen und Performances nahm sie an Ausstellungen in Zürich, New York, Beirut und Berlin teil.

Siska, *1984
Geboren im Libanon. Lebt und arbeitet in Berlin und Beirut.

An der Lebanese Academy of Fine Art studierte er Film & Regie. Seit 2009 arbeitet er als Bildender Künstler an experimentellen Filmproduktionen, die bereits in Rotterdam, Beirut, Paris & London gezeigt wurden. Zuvor hat er über sieben Jahre 7 Jahre mit der Hip Hop Formation Kita Beyroute Musik produziert und live performt.

Franziska Pierwoss & Siska arbeiten gemeinsam seit 2008 als Künstlerpaar an Filmen und Filmprojekten.

Heidi Eberhard, Köchin,  *1995
Lebt in Ernetschwil, arbeitet in der Café-Konditorei Müller in Näfels.
In der Ausbildung zur Konditorin-Confiseurin

Mischa Armati, Geomatiker, *1988
Lebt in Linthal, arbeitet in Ennenda.
Ist begeisterter Schütze bei den Sportschützen Glarnerland.

 

„PEEPSHOW“
Gepäckausgabe Juni 2015 peepshow

Latefa Wiersch
mit Mathias Lutz und Marco Russo

Vorbereitung: 18.05.-06.06.
Ausstellung: 06.06.-14.06.
Vernissage: Sa 06. Juni 2015, 17:00


Hol dir im Kunsthaus den Schlüssel, lauf die paar Schritte rüber zum alten Güterschuppen, schließ auf und geh hinein. Mach dir wohlmöglich ein Getränk auf, setz dich hin oder schlendere herum, genieß die Show, schau dich in Ruhe um. Bleib ein Weilchen. Draußen fährt dann und wann ein Zug vorbei, vielleicht steigst du ein, reist mit Alltours auf die Balearen oder TUI nach NY City, oder sonstwo hin, jedenfalls weg von diesem Ort, den es eigentlich nichtmal mehr gibt, Gepäck hat hier schon lange niemand mehr ausgegeben, Vorhang auf also, let the show begin!

Die Bildhauerin und Animationskünstlerin Latefa Wiersch, die sich für die Beseelung von Dingen interessiert, zeigt eine teils absurde, teils groteske Installation mit anthropomorphen Arbeiten.


Latefa Wiersch wurde 1982 in Dortmund geboren. Nach einem Studium der Musik- und Literaturwissenschaften studierte sie zunächst Gestaltung an der Fachhochschule Bielefeld, daraufhin Freie Kunst an der Kunstakademie Münster bei Guillaume Bijl. Sie machte einen Studienaufenthalt an der University of Sydney, Sydney College of the Arts, NSW, Australien und studierte von 2008 bis 2012 Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin, wo sie Meisterschülerin bei Prof. Ursula Neugebauer und Prof. Michaela Meise war. Neben ihrer Arbeit als Künstlerin realisiert Wiersch auch kuratorische Projekte. Ihr künstlerisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt u.a. Stipendien der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Sparkasse Unna und war Gast im Rotationsatelier des Kunsthaus Aussersihl, OG9, Zürich.

www.latefawiersch.com


Mathias Lutz
, Designer FH
Lebt in Glarus, arbeitet in Zürich und Glarus
Studierte Neue Medien an der ZHdK

http://www.mathiaslutz.com


Marco Russo
Studiert freie Kunst an der HGK Luzern.

http://www.spaghuzz.biz

 

„FABRIBRALAND“gepäckausgabe Juli 2015

Die Fabribra Nationalbank (FNB) – Erstemission des Fabribra Solidus (FS)

Adrian Germann & Dionys Dammann
mit..?

Vorbereitung: 15.06.-04.07.
Ausstellung: 04.07.-12.07.
Vernissage: Sa 04. Juli 2015, 17:00
Kulturabend: Fr 10. Juli 2015, 17:00-23:00

Der Solidus ist die offizielle Währung von Fabribraland. Es handelt sich um eine neue Währung, welche am 4.7.2015 offiziell in Fabribraland eingeführt wird. Von diesem Datum an ist der Solidus das nationale Zahlungsmittel. Als eine der wenigen Währungen heutzutage, unterliegt der Solidus einem strengen Goldstandard.

Der Solidus basiert auf einem beinahe reinen Goldstandart, dass heisst 72% des Nominalwerts sind durch Gold gedeckt, das in den Tresoren der Fabribra National Bank verwahrt wird. Die anderen 28% des Nennwertes sind durch Immobilien in Fabribraland abgedeckt.

Berechnungsgrundlage für den Solidus ist das Schweizer Goldvreneli. Das heisst 1 Solidus entspricht 1/72 des aktuellen Goldvreneli-Kurses.
(Stand 19.06.2015:    1 Solidus  =  2.83 Schweizer Franken)

Fabribraland
Der Stadtstaat Fabribraland ist eine Fantasiewelt, erschaffen auf einer Gruppe von neun Inseln, die etwa fünf Kilometer vor dem Festland im offenen Meer liegt. Es ist eine konventionelle eigenständige Stadt wie Glarus, Paris oder New York nur dass unsere Häuser gezeichnet und nicht gebaut sind. Fabribraland existiert in Karten und Plänen, sowie Gemälden, Zeichnungen und Modellen. Raum für Stadtleben bieten Ausstellungen, Events, Happenings und Performances.
Momentan leben und arbeiten ca. 12‘000 Personen in dieser Parallelwelt. Die Bewohner sind reale Menschen, Freunde, Bekannte und Berühmtheiten. Bei letzteren handelt es sich um zeitgenössische, historische sowie fiktive Persönlichkeiten. Fabribraland ist eine utopische Spiegelung der realen Welt, ein Ort für Gesellschaftsexperimente und geeignet, persönliche Träume auszuleben. So können die Einwohner der Stadt Wünsche einbringen an der Stadtentwicklung teilhaben. Die erworbenen Räume gestalten, einrichten und bespielen. Für Firmen und Institutionen gibt es einen Gewerbeverein. Dieser unterstützt das Gewerbe eine Filiale in Fabribraland zu gründen um sich so ein zweites Standbein aufzubauen. So kann jeder auf seine Weise Teil dieses Stadtprojekts werden. Wo die Infrastruktur für einen individuellen Traum noch nicht gegeben ist, wird sie gebaut.

http://www.fabribraland.ch

 

“CHANGING CONTINUITY”
August 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Suzanne Irene Fjørtoft
mit Colette Orler und Péter Perlaky

Vorbereitung: 13.07.-01.08.
Ausstellung: 01.08.-16.08.
Vernissage: Sa 01. August 2015, 17:00

Glarnerland, the valley, is drawn by the mountains and the river on one line.
This line with two directions is repeated by the railway, the road and the villages.
This installation has been created based on our different backgrounds and different relations to Glarus and its surroundings.
We work with our experiences of this place and we try to change this line and its directions.

http://www.susanneirene.no/

 

„PLEASURE AND COMFORT OR THE PRESENCE OF THE LOST“September 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Magdalena Baranya
mit Stefan Noser und Maja Alrauna Rössler

Vorbereitung: 10.08.-05.09.
Ausstellung: 05.09.-12.09.
Vernissage: Sa 05. September 2015, 17:00

Die Protagonisten von Magdalena Baranyas „dust catcher series“ sind gesammelte, vergessene oder verschenkte Objekte. Sie sind auch unter der Bezeichnung „Staubfänger“ bekannt.

Besonders in Ferienhäusern fällt die Dekoration aus allgegenwärtigen Staubfängern auf, die Magdalena Baranya fotografisch zu archivieren begann. Woher kommt eigentlich das unermüdliche Bedürfnis zur Dekoration?

Aus den räumlichen Dekorationsgegenständen entwickelte Baranya mittels der Fotografien flächige Ornamente als Wandtapeten oder Teppiche. Die entstandene Anordnung der Objekte in der Wandteppichcollage lassen eine Vierteilung erkennen, die ihren Ursprung in der Persischen Gartengestaltung von Paradiesgärten hat. In diesen Gärten sammelten die Perser Pflanzen, Tiere und früchtetragende Bäume, welche sie von ihren Feldzügen mitbrachten. Die Paradiesgärten wurden durch geometrisch angeordnete Bewässerungskanäle viergeteilt, welche für einen stetigen Wasserfluss sorgten und in deren Zentrum sich ein Wasserbecken befand. Diese Gestaltung der Paradiesgärten übernahmen die Perser für ihre Perserteppiche. Die Verbindung zwischen der Paradiesvorstellung und den Gegenständen unserer heutigen Konsumkultur in Baranyas Wandteppichcollagen geht jedoch noch weiter. Im Paradies sowie in der Konsumkultur herrscht Überfluss. Oft glaubte man, die Grenzen des Wachstums seien erreicht, doch die unersättliche Nachfrage lässt anderes vermuten. Unsere Konsumkultur hat sich längst als pazifistisches Element in unserer Gesellschaft manifestiert. Man könnte getrost auf jedes einzelne Glied in dieser opulenten Tapete verzichten, da es keine relevante Funktion im täglichen Leben übernimmt. Dennoch wird es als Dekorationsartikel fortlaufend in grossen Mengen hergestellt. Es muss am Charme liegen, an den Emotionen, die uns diese Objekte entlocken, wie ein Lächeln oder ein Grausen. Diese Objekte, welche aus emotionaler Verbundenheit behalten werden, welche auf diese Weise etwas über den Eigentümer preisgeben, welche halb aussortiert sind und sich wie Asylanten im Ferienhaus tummeln oder Jahrzehnte auf Fenstersimsen und hohen Schränken herumgammeln, interessieren Baranya in ihrer Arbeit.

Dieses Verhaltensmuster –Dinge zu benötigen die man eigentlich nicht braucht– ist charakteristisch für unsere Überflussgesellschaft und Konsumkultur. Längst geht es nicht mehr um Zufriedenheit. Wie im Paradies leben wir in einer Welt der ständigen Versuchung und unsere Bedürfnisse wachsen durch den stetig wachsenden Wohlstand.

Wir Menschen bauen in verschiedenen Kulturen auf unterschiedliche Art Beziehungen oder gar Obsessionen zu unseren Objekten bzw. Sammlungen auf. In der Voodoo Religion gibt es eine Praxis, in welcher es eine Art Metafiguren gibt, durch die mit Geistern und Gottheiten kommuniziert werden kann und oft eine Schutzfunktion inne haben. Diese Skulpturen bauen sich die Vodun – Anhänger selbst aus jenen Objekten zusammen, welchen sie Kräfte zuschreiben. Oft handelt es sich dabei um sehr alltägliche Dinge wie Schnur und Stoffe aber auch Colaflaschen oder Zigarettenpackungen. Die Voodoo Religion bezieht sich auf keinerlei Dogmen oder Schriften, sie arbeitet mit Gegenständen, die uns unmittelbar umgeben.

Aus den keramischen Staubfängern stellte Baranya Metaskulpturen her, welche als augenzwinkernder Titel kleine Ereignisse oder Eigenschaften tragen, welche Baranya plagten oder irritierten. So entstehen PROTECTION SCULPTURES als Teil der DUST CATCHER Serie.

https://magdalena-baranya.allyou.net
http://www.alrauna.ch

 

 

Finissage: Sa 03. Oktober 2015, 17:00
finissage_2015

Die Gepäckausgabe verabschiedete sich im Oktober an der langen Finissage-Nacht mit Barbetrieb und DJ.
Wir danken allen Gästen, Freunden und Helfern – es war ein wunderschöner Sommer mit euch!

Von der diesjährigen Gepäckausgabe gibt es eine auf 100 Stück limitierte Publikation.Cover
Die über hundert Seiten mit Text, Bild und Plänen ergattert ihr dank dem Sponsoring von Küng Druck aus Näfels für läppische 20 Franken!
Auf Bestellung via Mail, Facebook, Buschtelefon oder direkt im Kunsthaus Glarus.

Bis zum nächsten Jahr!

Eure Gepäckausgabe
Martina, Lisa, Reto & Sandro